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Ismaning startet Geothermie-Bohrarbeiten

12.04.2012

Ismaning – Mit drei symbolischen Hammerschlägen auf den Bohrmeißel starteten Bürgermeister Michael Sedlmair sowie die beiden Pfarrer Dr. Markus Brunner und Werner Blechschmidt die heiße Phase des Ismaninger Geothermieprojekts. Am 12. April hat der 36 Meter hohe Bohrturm seine Arbeit aufgenommen und wird den Bohrmeißel dem Ziel in rund 2.500 Metern Tiefe entgegentreiben. Mitte Juni soll die erste Bohrung auf rund 80 Grad heißes Thermalwasser treffen, mit der Fertigstellung der zweiten Bohrung wird im September gerechnet. Bereits zur kommenden Heizperiode sollen die ersten Kunden mit klimafreundlicher Wärme aus dem Erdinneren versorgt werden.

Als „denkwürdigen Tag“ bezeichnete Sedlmair das Datum der Bohrbeginnfeier und erinnerte an die kurze Geschichte des Ismaninger Geothermieprojekts. Erst im März vergangenen Jahres sei der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Einstieg in die Geothermie gefallen, dank intensiver Vorarbeiten könne bereits 13 Monate später mit den Bohrarbeiten begonnen werden. Für diese „ausgezeichnete Leistung“ bedankte der Bürgermeister sich bei Andreas Hobmeier, dem Geschäftsführer der Wärmeversorgung Ismaning, den beauftragten Unternehmen und allen, die mitgeholfen hätten, „dass wir heute vor einem weiteren Meilenstein im derzeit ehrgeizigsten Projekt in der Geschichte Ismanings stehen.“

Zur erfolgreichen Realisierung des Projekts, so Sedlmair, gehörten nicht nur Expertenwissen und Schaffenskraft, sondern nicht zuletzt auch Gottes Hilfe. Diese erbaten die Pfarrer der beiden Ismaninger Kirchengemeinden, Dr. Markus Brunner und Werner Blechschmidt, die auch die Segnung der Bohranlage vornahmen. Pfarrer Brunner sagte, er schätze sich glücklich, in einer Gemeinde zu leben, die auf zukunftsweisende, regenerative Energien setze und damit zum Erhalt der Schöpfung beitrage. Dem Anlass entsprechend besonders tief in den Quellen geschürft hatte Pfarrer Blechschmidt, der bereits im Buch Hiob – datiert auf 300 bis 500 v. Chr. – Hinweise auf den Bergbau, zu dem auch die Geothermie gehört, gefunden hatte.

Mit dem Start der Bohrarbeiten dürfte das Gelände an der Mayerbacherstraße als Ausflugsziel für Technikinteressierte an Beliebtheit gewinnen. In insgesamt vier Abschnitten von jeweils mehreren hundert Metern werden die Bohrungen bis an ihr Ziel in rund 2.500 Metern Tiefe vorangetrieben. Nach jedem Abschnitt wird das Bohrgestänge komplett ausgebaut und das jeweils erbohrte Teilstück mit Stahlrohren und Zement ausgekleidet, ehe mit einem kleineren Meißeldurchmesser weitergebohrt wird.  Dadurch verjüngt sich die Bohrung in der letzten Sektion auf rund 16 Zentimeter Durchmesser, was immer noch ausreichend ist, in jeder Sekunde eine knappe Badewanne voll Thermalwasser zu fördern.

Die Wärmeversorgung Ismaning (WVI) als Betreibergesellschaft des Geothermieprojekts wird in den Medien und auf ihrer Internetseite www.wvi-ismaning.de fortlaufend über den Fortschritt der Bohrarbeiten berichten.

© Text und Fotos: Dr. Norbert Baumgärtner

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2019-09-30T14:44:39+02:0010.06.2015|Pressemitteilung|
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